Usertreff "Rhön" PDF Drucken E-Mail

Selbsthilfe und Andere treffen sich!

Vom 8. bis 10. August trafen sich verschiedene Betroffene und Gesunde in der Rhön. Margitta Heß,

 

Leiterin der SHG Ostheim v. d. Rhön, hatte zu einem Sommerfest eingeladen. Menschen aus ihrer Selbsthilfegruppe, Nutzer des Psoriasis-Netzes und Teilnehmer aus Klimareisen ans Tote Meer waren mit über 30 Personen dabei.
Frau Heß hatte die Idee zu dem Treffen bereits im Frühjahr und sich lange darauf vorbereitet und überlegt wie man dieses, in einer ländlichen Gegend mit relativ schlechter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, realisieren könne. Schon zeitig kündigte sie die Veranstaltung über alle erreichbaren Medien an. Claudia Liebram vom Psoriasis-Netz stellte im redaktionellen Teil ihrer Seiten eine Informationsseite über die Veranstaltung, sowie ein Anmeldeformular zu Verfügung.
In wochenlanger Kleinarbeit wurde von Frau Heß organisiert, vorbereitet und gebastelt. Selbstgemachte Lampenschirme für eine gemütliche Beleuchtung, ein selbst entworfenes Banner und noch sehr viel mehr wurden hergestellt.

Ein sehr uriges und individuelles Treffen konnte beginnen. Zwar kannten sich viele Leute noch nicht, doch gab es gleich bei Ankunft eine herzliche Begrüßung. Frau Heß erklärte Jedem was wo ist und wo man schlafen kann. Denn es wurde nicht nur gefeiert, sondern Haus und Hof zur Verfügung gestellt. Manche schliefen im Haus oder im Nebengebäude, Andere in mitgebrachten Zelten. Gerade diese, heutzutage seltene persönliche Gastfreundschaft, weckte bei allen die dort waren gleich ein fast familiäres Gefühl. Eine gute Grundlage für ein gelungenes Fest. Vorher festgelegte Speisen vom Grill und aus dem Räucherofen mundeten trefflich. Gemütliches Sitzen in einem überdachten und einseitig geschlossenen Freisitz ließen bei Feuer am offenen Außenkamin eine sehr gelungene Lagerstimmung aufkommen. Intensive Gepräche über das Leben allegemein und die Psoriasis machten diesen ersten Abend sehr rund. Am folgenden Samstag sollte es noch schöner werden.

Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir gemeinsam ins Biosphärenreservat der Rhön. Dort fanden sich weitere Teilnehmer des Treffens ein um eine gemeinsame Wanderung durch das Schwarze Moor zu machen. Neben Bewunderung der einzigartigen Natur wurden auch hier wieder neue Kontakte unter Psoriatikern, Vitiligoerkrankten, Neurodermitikern und Gesunden geknüpft. Es war sehr schön diese Natürlichkeit des Umganges untereinander zu erleben. Viele Hauterkrankte haben ja bekanntlich teilweise Probleme neben der Krankheit - nämlich das Problem sich ausgegrenzt zu fühlen oder angesehen zu werden. Obwohl deutlich sichtbare Stellen an manchem Arm sichtbar wurden, gab es nie ein übles Wort darüber.

Nach der Wanderung fuhren wir noch nach Ostheim. Dort aßen manche eine Wurst an "der leckersten Wurstbude der Rhön" und wir konnten einen Blick in den gemütlichen Ort werfen. Frau Heß brachte uns eine kleine Ahnung dessen was im nächsten Frühjahr dort stattfindet dar. Dann feiert sie mit Ihrer Selbsthilfegruppe das 10-jährige Bestehen und wird aus diesem Anlass eine mehrtägige Veranstaltung ausrichten. Neben Treffen von Betroffenen und Gesunden wird es zahlreiche Fachvorträge und Ausstellungen geben.

Nach dem Exkurs in die Umgebung ging es wieder zurück zum Hauptveranstaltungsort des Treffens. Unter Bierzelt und Freisitz waren sehr viele Menschen vereint. Nach Kaffee und Kuchen näherte sich der Abend schnell. Hunger wurde erneut vom Grill oder eigens zubereiteter vegetarischer Kost gestillt. Mit Einbruch der Dunkelheit wurden Schwedenfeuer gezündet um mit gemütlich knisterndem Lodern der Flammen ein vollends uriges Gefühl zu vermitteln. Ich sah noch nie so viele Kranke so glücklich. Später brachte der eigens bestellte Gitarrenspieler sein Stücke vor. Aus mitgebrachten Liedtexten konnten alle ablesen und mitsingen. Diese Nacht wurde lang und dennoch war sie zu kurz um das wohlige Gefühl lange genug auszukosten.

Das Frühstück am Folgetag war ein Stunde später, aber lange und gemütlich. Man konnte eine aufkommende Wehmut bemerken. Die Abreisen rückten näher. Bis zum frühen Nachmittag konnte man noch hinauszögern, doch dann war die Abreise nicht mehr zu verhindern.

Die Resonanzen der folgenden Tage waren sehr herzlich und sehr freudig. Diese ungewöhnliche Veranstaltung war ein voller Erfolg.


Wolfgang Hellmich (Happy)
 

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