Psoriasis-Arthritis

Vortrag Dr. Weyergraf, Bad Bentheim

Dr. Weyergraf stellt zunächst  die Fachklinik Bad Bentheim vor, an der er als Chefartzt tätig ist. Es handelt sich um die dermatologische Abteilung  einer Akut- und Rehabilitationsklinik, in der ein besonderes Augenmerk auf  Psoriasis (Schuppenflechte) gerichtet wird. 

Neben der dermatologischen Abteilung sind in der Fachklinik Bad Bentheim auch Rheumatologen vertreten. Im Laufe seiner Ausführungen erwähnte der Vortragende  mehrmals die Wichtigkeit des interdisziplinären Dialogs bei der Bewältigung einer Krankheitssituation, besonders bei Psoriasis und Psoriasis-Arthritis. Die Voraussetzungen für diesen Dialog sind in seiner Klinik in besonders intensiver Weise gegeben.

Psoriasis-Arthritis ist die Entzündung der Gelenke, die gehäuft bei Personen auftritt, die an Psoriasis erkrankt sind; in manchen Fällen auch, bevor die Hautkrankheit in Erscheinung tritt. Die Arthritis kann an allen Gelenken auftreten (Wirbelsäule, Knie, Hand, Fuß). Häufig betroffen sind die kleinen Gelenke: Finger und Zehen.

Eine deutsche Studie stellt fest, daß etwa 20 % der Psoriatiker im Laufe ihres Lebens  Psoriasis-Arthritis bekommen (es gibt andere Studien mit anderen, höheren, Werten. Von diesen 20 % bleiben 80 % lange unentdeckt. Durch stärkere Einbeziehung der Hautärzte, die neben der Behandlung der Schuppenflechte auch auf Entzündungszeichen  (Schmerz, Überwärmung, Schwellung, Rötung, Funktionseinschränkung) an den Gelenken achten und dadurch zur Frühdiagnose der Psoriasis-Arthritis wesentlich beitragen, kann der Anteil der aufgedeckten Fälle auf 85 % erhöht werden.

Dr. Weyergraf hat bei seinen Ausführungen  die Gelenkentzündung der Finger in den Vordergrund gestellt und anhand von Bilddarstellungen die Vorgehensweise des Facharztes erklärt.

Der Patient ist zur Selbstbeobachtung aufgerufen, um eine Psoriasis-Arthritis frühzeitig feststellen zu helfen: seit wann bestehen die Schmerzen? Sind die Schmerzen belastungsunabhängig? Hält die Morgensteifigkeit länger als 30 Minuten an? Gibt es nächtliches Erwachen, das durch Schmerz verursacht wird? Diese und ähnliche Beobachtungen helfen auch bei der Abgrenzung zu anderen Gelenkerkrankungen wie z.B. der abnutzungsbedingten Arthrose..

Patienten mit Psoriasisbefall der Kopfhaut, der Nägel, des Genital- und Analbereichs und wenn mehr als drei Körperstellen befallen sind, zeigen besondere Anfälligkeit für die Entwicklung einer Psoriasis-Arthritis. 80 % der Menschen mit Psoriasis-Arthritis haben Nagelbefall!

Zu den Schwierigkeiten bei der Diagnose im Frühstadium wurde uns mitgeteilt:  es sind meistens keine Rheumafaktoren nachzuweisen;  das Röntgenbild erlaubt eine klare Aussage erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung; Feststellung einer Entzündung des

Gelenkspalts im Ultraschall erfordert erfahrenen Untersucher, was auch für weitere Untersuchungsmethoden gilt.

Der Gesprächspartner des Erkrankten wird im Idealfall der Rheumatologe sein, der sich mit Psoriasis-Arthritis auskennt.

Die Therapie der Arthritis beginnt – wie bei anderen rheumatischen Erkrankungen – in der Regel mit Arzneimitteln, die die Symptome Schmerz und Entzündung unterdrücken.  Oft können diese zur Verbesserung der Lebensqualität ausreichen.

In der nächsten Stufe werden sogenannte Basis- Medikamente, die die Gelenkentzündung günstig beeinflussen können, eingesetzt. Hier wurde als gutes Beispiel MTX(Methotexat) genannt.

Sollte es zu keiner Besserung kommen, so wird auf Biologika zurückgegriffen, die gute Wirkung zeigen. In jedem Fall ist bei er Auswahl des Medikaments sowohl der Gelenk- als auch der Hautbefall zu berücksichtigen.

Die notwendigerweise aufkommende Frage nach dem  „warum-nicht-gleich-Biologika“ kann mit Wirtschaftlichkeitsvorgaben beantwortet werden.

Eine klinische Kontrolle der Gelenkbeschwerden sollte alle drei Monate vorgenommen werden.

Dr. Weyergraf empfiehlt bei mangelnder Besserung eine stationäre Behandlung einzuschieben, um die Entzündungslast zu reduzieren.

Empfohlen wird eine Institution, die interdisziplinär   (Dermatologe, Rheumatologe, evtl. Kardiologe)mit der Krankheit umgeht. 

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