"Psoriasis-Arthritis"

 Vortrag von Dr. med. B. Näder / Orthopädische Klinik Meiningen

Vor der Selbsthilfegruppe HAUT, Ostheim v.d.Rh.

Der Name Psoriasis-Arthritis (im nachfolgenden PsA) sagt schon sehr viel: zur Schuppenflechte (Psoriasis) kommt noch eine Entzündung der Gelenke.

Es heißt, daß 20 % der Menschen mit langjähriger Psoriasis betroffen sein können. (Dr. Näder stellte eine Studie vor mit einem Anteil von nahezu 70 %, d.h. von 465 untersuchten Patienten mit Psoriasis entwickelten 320 eine Entzündung der kleinen Gelenke).

Der Vortrag war geordnet in die Bereiche


Ätiologie  (Herkunft, Ursache, Entstehung der Erkrankung)

Epidemiologie  (Verbreitung/ Vorkommen)

Diagnostik  (Erkennen/Identifizierung der Krankheit zur Festlegung der bestmöglichen Therapie

Prognose  (Voraussage über die Entwicklung der Krankheit)

Therapie  (Maßnahmen zur Linderung  bzw. Beseitigung der Erkrankung

 

Zunächst wurden die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen vorgestellt:

-Rheumatoide Arthritis

-Seronegative Spondylarthritiden

-Kollagenosen

-Vaskulitiden

Dr. Näder erläuterte diese Formen (Interessierte mögen  die Fachliteratur konsultieren), um dann intensiv auf die 2. Gruppe, nämlich die Spondylarthritis, einzugehen, die sich unterteilt in ankylosierende  (versteifende) SpA, Reaktive Arthritis, Arthritis, die mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen assoziiert ist, sowie Arthritis, die an Psoriasis gebunden ist.

Die Psoriasis-Arthritis (PsA) wird zu den seronegativen Spondylarthropathien gerechnet, da nur bei einem kleinen Teil der Patienten Rheumafaktoren in Erscheinung treten.

Über die Entstehung der Erkrankung wird gemutmaßt: Autoimmunprozeß; genetische Disposition; Infektionen.

Vorkommen: von den an Psoriasis erkrankten Menschen (etwa 2 % der Bevölkerung) entwickeln bis 20 % (0,4 % d. Bev.) im Laufe ihres Lebens eine PsA; Männer und Frauen sind gleich betroffen; Auftreten überwiegend vor dem 50. Lebensjahr.

Arthritis, die Gelenkentzündung geht einher mit Schmerz, Rötung, Schwellung, Wärmegefühl, Steifigkeit.

Der Facharzt ist zu konsultieren, wenn möglich ein  Rheumatologe. Er wird die PsA   abgrenzen gegen andere Formen der Gelenkentzündung und auch gegen Arthrose.

 

Die PsA tritt in der Mehrzahl der Fälle (75 %) nach langjähriger Psoriasis auf, kann jedoch (in 15 % der Fälle) auch  gleichzeitig  mit Auftreten der Psoriasis in Erscheinung treten oder sogar (10 %) vor dem Auftreten der Psoriasis.

Der mit der Erkrankung vertraute Arzt wird auch eine Klassifizierung der Symptome nach Schwere vornehmen. Vorgestellt wurden 5 Kategorien nach Moll & Wright.

Bei der Diagnose werden zunächst die Erscheinungsbilder der Erkrankzung begutachtet (Beispiel: Nagelveränderungen), sowie im Gespräch nach Erkrankungen der gleichen Art im familiären Umfeld gefragt.

Bei der PsA können Entzündungserscheinungen auch außerhalb der befallenen Gelenke auftreten:

Spondylitis (Achsenskelett)

Iritis/Uveitis (Auge)

Enthesitis (Ferse)

Schleimhautläsionen.

Für die Diagnose werden auch Sonographie und Röntgenuntersuchungen vorgenommen, wobei die Röntgenabbildung für eine Frühdiagnose eher ungeeignet ist, da die Schäden erst im fortgeschrittenen Stadium abbildbar sind.

Die Laborwerte (Harnsäure, Leber- und Nierenwerte ) könne zusammen mit den anderen Befunden  eine wichtige Rolle bei der Frühdiagnose einnehmen.

 

Es wurden Therapieformen vorgestellt, die abhängig sind von der Schwere der Erkrankung bzw. dem Umfang der aufgetretenen Schäden.

Medikamente

Physiotherapie

Ergotherapie

Rehabilitation

Chirurgie

Lebensführung.

Diese Therapieformen deuten bereits darauf hin, daß nicht nur Hausarzt, Dermatologe und Rheumatologe als Ansprechpartner für den Betroffenen infrage kommen, sondern auch Orthopäde, Neurologe, Augenarzt, Chirurg und Psychotherapeut.

Obwohl PsA ein milderer Verlauf zugesprochen wird als der rheumatoiden Arthritis, können sich schwerste deformierende Erkrankungen entwickeln, was für eine frühzeitige Bewertung durch einen erfahrenen Arzt spricht.

Die medikamentöse Behandlung der PsA entspricht der der anderen  Formen der Arthritis.

Es wird systemisch und/oder lokal behandelt:

NSAR, Coxibe

Glukokortikosteroide

Bzw. systemisch (ganzkörperlich-innerlich)

Basistherapeutika (Sulfasalacin, Methtrexat, Leflunomid, Ciclosporin A)

sog. Biologicals (s.a. Neurodermitis)

Die  Wahl der jeweiligen Arzneimittei wird bestimmt durch den Fortschritt, die Schwere,  die Ansprechbarkeit der Beschwerden. Wirtschaftliche Faktoren spielen ebenfalls eine  Rolle („Biologicals“ gehören zu den teuersten Präparaten überhaupt).

Es kann ein operativer Eingriff notwendig werden (Endoprothese/Arthrodese).

Die Ratscvhläge, die vom Rheumatologen in Bezug auf eine gesunde, den Krankheitsverlauf günstig beeinflussende , Lebensweise gegeben werden, entsprechen dem , was der Internist, der Kardiologe, der Pulmologe , der Altersforscher und jeder Heilpraktiker  raten würde: alle Maßnahmen, die geeignet sind, die Lebensqualität zu erhöhen und dazu führen, ein freies, unbelastetes Leben zu führen, helfen auch, das  Krankheitsbild des von PsA betroffenen Menschen zu mildern:-Abbau von Übergewicht

Bewegung in der frischen Luft

Meiden von Giften wie Nikotin und Alkohol

Sorgfältige Beachtung von Ernährung, Abhärtung und Schlaf

Die Seele pflegen.

Es kann Vieles beeinflusst werden

 

Wir danken Dr. Näder für seinen intensiven Vortrag.

Wir danken Herrn Günter Joy für die Zusammenfassung

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